Kobels Kunstwoche

Kommentierte Presseschau zum Kunstmarkt - Jede Woche neu

Juwelenraub in Dresden; Dr. Stephan Zilkens im ARD Morgenmagazin

02.12.2019 06:00 Uhr

Kobels Kunstwoche 49 2019

Der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden dominiert nicht nur die Kunstmarktressorts der letzten Woche. Andere Themen konnten sich dagegen kaum durchsetzen. Zum Diebstahl des sächsischen Staatsschatzes bietet der MDR naturgemäß die umfangreichste Berichterstattung in Wort und Bild.

Ausführlich und verständlich erklären Kolja Reichert, Stefan Locke und Peter Körte in der FAZ die Fragen "War das wirklich der spektakulärste Kunstraub seit hundert Jahren? Werden Schatzräuber immer brutaler? Kann es sein, dass irgendwo eine sehr reiche Person sitzt und sich über den Dresdner Königsschmuck freut? Sind die Juwelen wirklich so wichtig? Könnte man in jedes Museum einfach so reingehen? Was tut die Polizei? Was bleibt von Sachsen?"

Der Kölner Kunstversicherungsmakler Stephan Zilkens erklärt im ARD-Morgenmagazin, warum die historischen Juwelen möglicherweise unwiederbringlich verloren sind.

Kritische Stimmen zu den Sicherheitsmaßnahmen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben Michael Raschke, Simone Wermelskirchen und ich für das Handelsblatt zusammengetragen.

Die Geschichte der Dresdner Juwelen erzählt Christiane Fricke im Handelsblatt.

Die Boom-Branche Juwelenraub stellt Kisa Nienhaus in der ZEIT vor.

Während sich Miami auf die dortige Ausgabe der Art Basel vorbereitet, geht es zu Hause rund. Die medial bisher wegen offensichtlicher Unsinnigkeit weitgehend unbeachtete Gruppenreise "Art Basel Inside" nach Abu Dhabi (15.000 US-Dollar p.P. bei Eigenanreise) wurde abgesagt. Statt dessen ist jetzt ein in der Art Basel-App nutzbarer Reiseführer zu den Städten mit Art Basel-Galerien in Arbeit, zu dem Aussteller und Sammler kostenlos Inhalte beisteuern sollen. Bezahlen sollen für das zunächst kostenlose Produkt wahrscheinlich später die Galerien. Details zu den teilweise hanebüchenen Versuchen der Schweizer, aus der Marke Art Basel weiteres Kapital zu schlagen, habe ich für das Handelsbatt zusammengetragen.

Der für die gefloppten Art Basel Cities verantwortliche Patrick Foret hat am Sonntag seine Demission in einer privaten Nachricht an einen größeren Verteiler bekanntgegeben. Und vielleicht schon einen neuen Job, bei dem er seine Expertise einbringen kann. Mehr hierzu im Artmagazine von Werner Remm.

Als wäre das nicht genug Aufregung, hat die Messe Schweiz mit Sergey Skaterschikov einen neuen Aktionär, der im Kunstmarkt und verwandten Bereichen durch seine zahlreichen Engagements bekannt und berüchtigt ist: Artnet, Viennacontemporary (damals Viennafair), Abbey House, Artnews, Paddle8, Auctionata und wieder Paddle8. Mehr hierzu wiederum von Werner Remm im Artmagazine und Christian Mensch in der Aargauer Zeitung. Gleichzeitig verlange ein anderer Investor laut Pressemitteilung der MCH AG die Einberufung einer Außerordentlichen Hauptversammlung.

Derweil hat Abu Dhabi auch noch eine Kunstmesse, die Kevin Hanschke für die FAZ besucht hat: "Kleiner als in den Vorjahren, versuchte sich die Schau als Boutique-Messe neu zu erfinden, die wohlhabenden Sammlern der Region einen Ankerpunkt bieten und zugleich der Kunstszene der Vereinigten Arabischen Emirate eine Resonanzfläche für internationalen Austausch schaffen solle, so wünscht es sich Dyala Nusseibeh, die Direktorin der Messe." Rebecca Anne Proctor ist bei Artnews kritischer: "Einige am Golf haben die Notwendigkeit einer Messe wie der Abu Dhabi Art in Frage gestellt, angesichts der umfangreicheren Art Dubai, die im März stattfindet, und der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit der Region."

Berlin scheint ein besonders hartes Pflaster für Galerien, wie bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse des Landesverbandes Berliner Galerien deutlich wurde. Schon vor einigen Wochen hat Birgit Rieger für den Tagesspiegel ausführlich zur Situation der deutschen Hauptstadtgalerien recherchiert, der Text ist aber erst seit kurzem online. Ich habe mir dazu für Artmagazine Gedanken gemacht.

Eine seit 1951 nicht mehr öffentlich gezeigte "Maria mit dem Jesuskind und den Heiligen Elisabeth und dem Johannesknaben" von Peter Paul Rubens könnte bei der Altmeister-Auktion von Sotheby's in New York im Januar wegen des weniger beliebten christlichen Sujets für den Schnäppchenpreis von sechs bis acht Millionen Dollar zu haben sein, vermutet Scott Reyburn im Art Newspaper.

Im Rahmen ihres Nachberichts der mittelprächtig verlaufenen Auktionen bei Villa Grisebach in Berlin im Tagesspiegel erwähnt Christiane Meixner eine Umorientierung bei der Gewichtung: "'Ausgewählte Werke' heißt nicht länger, dass hier allein die wertvollsten Lose zum Aufruf kommen - sondern auch, was die Experten der verschiedenen Sektionen des Auktionshauses den Bietern empfehlen würden, weil es besonders ist oder der Künstler ihnen als übersehen und unterbewertet gilt.

Die atemberaubende Sammlung Alan mit Gemälden vom 13. bis 17. Jahrhundert hat Christian Herchenröder im Pariser Musée Jacquemart-André besucht und stellt sie im Handelsblatt inklusive der Kaufpreise für einzelne Werke vor.

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