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Tradition auf Wienerisch - Kleiner Brauner im Hawelka - Photo Stephan Zilkens
Tradition auf Wienerisch - Kleiner Brauner im Hawelka - Photo Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 3. KW 2026

Die Ukraine wird weiterhin täglich angegriffen - es ist eindeutig, dass dabei ständig das Völkerrecht gebrochen wird und im Westen auch so benannt wird. Jetzt bricht Trump mit seiner Administration das Völkerrecht und manche wollen von den in Europa Regierenden eine verbale Verurteilung hören, weil ja auch Russland und China zu recht auf den Bruch hinweisen (um das propagandistisch für sich zu nutzen) - allerdings bezeichnet im Russischen Lager keiner der Staaten die Angriffe auf die Ukraine als Völkerrechtswidrig - Was lernen wir daraus? Das alte Lied: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - nur die Melodie ist etwas medialer.

An manchen Orten gibt es statistische Rückblicke auf im letzten Jahr Erreichtes - dazu gehören auch die mit der Besucherzahl gemessene Attraktivität der Museen. Einsamer Spitzenreiter bleibt der Louvre in Paris, trotz kurzer einbruchsbedingter Unterbrechung mit ca. 8,7 Millionen Besuchern. Es folgt das National Museum of China mit knapp 7 Mio. , die Vatikanischen Museen mit 6,8 Mio. Das Shenzen Museum mit ein paar weniger und so geht es munter fort bis wir im Land der Dichter und Denker endlich auf das Humboldt Forum mit 3 Millionen und dem Deutschen Museum in München mit 1,5 Millionen Gästen begegnen. Danach ist wieder Ebbe. Doch halt, da gibt es in Köln das Schokoladenmuseum, das mehr als 720.000 Besucher im Jahr anlockt - so viele, wie alle 9 Kölner Museen zusammen schaffen. (Zugegeben, die Stadt lässt die Bauten verfallen und organisiert Beinaheschließungen der Häuser mit bedeutenden Sammlungen). Versichert wird das Ganze trotzdem und die Risikoträger sind gnädig mit der Stadt, die trotz Stadtarchiv und Diebstahl aus dem Ostasiatischen Museum in Millionenhöhe für ihre gesamten Museumsbestände ca. 70.000 EUR Beitrag für die Kunstversicherung zahlt. Darin sind kleine Ausstellungen auch noch inkludiert. Umgerechnet auf die Besucher bedeutet das 10 Cent pro Nase für die Versicherung, bei Eintrittspreisen von ca. 10 EUR beliben also 9,90 EURO übrig ... . Frei nach Adam Riese müssen jetzt nur noch mehr Menschen in die Museen kommen, dann sinkt der Anteil der Versicherungskosten ins Bodenlose. Mit diesen Zahlen lässt sich endgültig die Mähr widerlegen, dass die Versicherungen so teuer seien. Sie sind vielleicht manchmal zahlungsunwillig, aber teuer sind sie nicht. Versuchen Sie mal die gleiche Leistung bei einer Bank einzukaufen: Sie brauchen Sicherheiten, zahlen Zinsen in Prozent, müssen das was sie bekommen wieder zurückzahlen .... Und bei der Versicherung bekommen Sie den Schaden ersetzt und haben vorher nur einen Bruchteil ausgegeben.

Es gab einmal in Brüssel eine Produktionsstätte von Citroen. Nach langem Hin und Her begann 2019 der Umbau zu Europas größter Ausstellungsfläche in einem Museum mit 42.000 m². Überschrift: Kanal-Centre Pompidou. Frankreich exportiert seine Kulturpower eben nicht nur in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das Spiel sollte ursprünglich 150 Mio. EUR kosten und wird jetzt auf 230 Mio. EUR Gesamtkosten geschätzt. Ende 2026 soll es fertig sein. Die Popelshalle, die neben der Neuen Nationalgalerie in Berlin entsteht, ist erheblich kleiner und wird am Ende mehr als das doppelte kosten. Jetzt droht den Belgiern allerdings das Geld auszugehen, weil seit mehr als 500 Tagen keine lokale Regierung zu Stande kommt und deshalb kein Haushalt beschlossen werden kann. Ganz dumm wird es dann für die Folgekosten, die erst großzügig mit 30 Mio. EUR im Jahr angesetzt waren - so viel benötigen alle Museen zwischen Bonn und Düsseldorf zusammen - und jetzt auf 12,5 Mio. EUR schrumpfen sollen. Vielleicht streicht man das Centre Pompidou, das sowieso nur seinen guten Namen zur Verfügung stellen wollte und bittet die Stiftung Preussischer Kuturbesitz in die Bresche zu springen. Mit Baukosten kennen die sich aus und Mangelverwaltung ist Ehrensache.

Stefan Kobel hat wieder ganz viele Artikel gefunden, die nur die ermutigen, die Top Kunstwerke aus Kapitalanlegersicht erwerben. Aber vielleicht beobachten die Berichterstatter allerlei Geschlechts andere Entwicklungen. Das normale Geschäft ist nicht sexy - aber es lohnt sich in der Regel für Galerien, Künstler und diejenigen, die Freude bei der Betrachtung von Kunst empfinden.

In diesem Sinne wünschen wir allen einen guten Start in die dritte Woche des noch jungen Jahres.

Das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln und Solothurn