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Zilkens Newsblog | Zilkens Kunstversicherung

Dr. Stephan Zilkens kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen rund um die Kunst. Gratis abonnieren

Dr. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 05. KW 2023

Auch die neue Woche beginnen wir in eigener Sache:

Den Kritikern, die die Gegner des Genderns sofort bei der AfD verorten gebe ich Folgendes zu bedenken:

Dass der Versuch Sprache als Mittel der Verständigung in ihrer Vielfalt und ihrem historischen Kontext zu verteidigen, ohne die Blüten, die heute durch Unterstriche oder Sternchen damit getrieben werden, zu nutzen, der freiheitsfeindlichen, rechten und nationalistischen Bewegung reflexartig zugeordnet wird, trifft mich aus zwei Gründen: Erstens ist es ein desavouierendes Totschlagargument das jeden offenen Diskurs unterbindet und zweitens bin ich von Nationalismen und Verfolgungsattitüden sehr weit entfernt. Der Freiheit und Eigenverantwortung jedes Einzelnen (und mich reizt zu schreiben egal welchen Geschlechts) für sich, sein Handeln und den dafür erforderlichen Entfaltungsspielräumen gilt mein Interesse. Alles was da mit öffentlichen Setzungen, angeblichem gesellschaftlichem, öffentlich-rechtlich verbreiteten, Konsens als Mainstream gefordert und bis zu Gängelung getrieben wird, darf meines Erachtens auch kritisch betrachtet werden - zumal bei vielem zwar eine öffentliche Erregung aber keine wirkliche Debatte auch über die historischen Zusammenhänge stattfindet, die manches relativieren würde. Daher gilt für mich immer noch die Devise: Privat vor Staat - daher braucht es sicher Debatten über die Verteilung der Geschlechter in Führungspositionen, die dazu führen, dass mehr Frauen führen, aber keine gesetzliche Gängelung. Das Zwanghafte führt nicht immer zum Guten: siehe Christine Lambrecht. Und ein gendernder Wissenschaftler ist nicht qualifzierter als eine solche die ihre bisher erlernte Sprache im wissenschaftlichen Kontext verwendet. Die Benotung einer wissenschaftlichen Arbeit von Sternchen abhängig zu machen ist ein Armutszeugnis Deutscher Wissenschaftsverwaltung.

Auch Museen auf dem Lande sind vor Diebstahl nicht sicher - jetzt hat es das bei Grenoble gelegene Musée Hébert de La Tronche getroffen aus dem am vergangenen Wochenende die Juwelen der Prinzessin Mathilde Bonaparte (1820 - 1904) entwendet wurden. Die Diebe kamen im Morgengrauen über eine Leiter, schlugen im ersten Stock die Scheibe ein und hatten Zeit genug, trotz ausgelöstem Alarm, das weitläufige Gelände mit ihrer Beute zu verlassen. Die gestohlenen Schmuckstücke waren eine Leihgabe des Musée d'Orsay in Paris. Wie in Berlin und Dresden ging es um eher leichter vermarktbare kunsthandwerkliche Arbeiten. Mit Geschmeide lebt man offensichtlich gefährdeter.

Im Kunstmuseum Zürich sind zwei Bilder unauffindbar, die man dort gereinigt hatte: Robert van den Hoecke’s Soldiers in the Camp (no date) und Dirck de Bray’s Daffodils and Other Flowers in a Glass Vase on a Marble Slab (1673) - also alte Meister, deren Namen man auch nicht so oft gehört hat. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wo die Werke sein können. Vielleicht sind sie ja nur verstellt und kommen im Kunstlager irgendwann wieder zum Vorschein. Vielleicht ist bei der Reinigung etwas schief gegangen und bevor man sich die Blöße gibt sind die Sachen versehentlich im Hausmüll gelandet - oder doch gestohlen, was für die Sammlung auf dasselbe rauskommt. Allerdings dürften Diebe es schwer haben die Arbeiten im Markt unter zu bringen, das ist jetzt anders als von 40 Jahren.

Da spielte Provenienz keine Rolle, wie der Fall der Sonnenblumen von van Gogh, die 1987 bei Christie's in London als das damals teuerste Bild der Welt für fast 40 Mio. USD von der japanischen Versicherung Yasuda Kasai ersteigert wurde, zeigt. Die Nachfahren von Paul von Mendelssohn-Bartholdy (1875 - 1935) haben jetzt vor einem Gericht in Illinois Klage gegen die Sompo Holding, in deren Bauch die Yasuda verschwunden ist, auf Herausgabe des Bildes und Schadenersatz für entgangenen Zinsgewinn erhoben. Die Chancen den Fall zu gewinnen stehen nicht so schlecht. Forscher haben nachgewiesen, dass Yasuda sehr genau wusste, dass das Werk aus einer prominenten Sammlung kam, die von den Nazis zwangsveräussert wurde. Vielleicht müssen die Sonnenblumen von Tokyo nach Berlin umziehen, denn ein Teil der Erben lebt dort in der Nähe.

Die Kölner Galerien, die die Gruppe K1 bilden hatten am Sonntag geöffnet. Wohl auch um Sammler aus dem nahen Brüssel anzulocken, wo die BRAFA versuchte sich gegen die Art Geneve zu behaupten. Mehr zu Reaktionen in der Presse zu beiden Messen und noch mehr bei Stefan Kobel.

Ihnen wünschen wir einen optimistischen Start in die Woche

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln