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Newsletter 39. KW 2020

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Unser Newsletter und Kobels Kunstwoche sind online. Die 355. von allen!

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

für manchen Reisenden in allerlei Geschlecht schnappt die COVID Falle zu. Wer letzte Woche aus Genf nach Deutschland kam oder aus Wien nach Zürich, musste sich beim Amt melden und für 14 Tage in Quarantäne. Das kann sich keiner leisten - also versucht man es virtuell. Zum Beispiel mit einer Risikobegehung, um zu analysieren und Ideen für eine Verbesserung zu entwickeln. Man sieht, man spricht, man entwickelt einen Eindruck - aber irgend etwas fehlt! Und die Vermittlung von Verbesserungsvorschlägen wird auch nicht erleichtert - eher im Gegenteil.

Schauplatz Düsseldorf, die Fakten: Ein Museum hat keine Sammlung von künstlerischer Fotografie und bekommt eine für ca. 8 Millionen angeboten, die laut zweier unabhängiger Gutachten 12 Mio. Wert ist. Die Galeristin gibt  darauf also einen Nachlass von fast 33% und stiftet eine Stelle für 5 Jahre oben drauf. Das dürften noch enmal ca. 350 TEUR incl. Lohnnebenkosten sein. Der Museumsdirektor empfiehlt, der Oberbürgermeister macht seinen Einfluss geltend und 100% Zustimmung im Stadtrat schließen den Kauf ab. Kolja Reichert hat nun in der FAZ vom Samstag (Link bei Kobel) das ganze kritisch unter die Lupe genommen, sein Fazit zu teuer: überprüft an einzelnen Losen des über 3.000 Objekte umfassenden "Deals", die auf Auktionen etwas günstiger waren als der Durchschnittspreis des Einzelobjektes im Ankauf; zu schlecht: dafür ruft er einen Konkurrenten aus dem Handel zum Zeugen auf; keine Sammlung: jetzt wird es semantisch und gleicht in seiner Unversöhnlichkeit fast der Genderdiskussion (nur hier bezogen auf die Frage, wann ist was berechtigt Sammlung genannt zu werden) und kommt zu dem Schluss die Stadt habe sich über den Tisch ziehen lassen und die Galeristin müsse jetzt einen Teil ihres Erlöses stiften (sozusagen als Widergutmachung dafür, das sie ihren Job gemacht hat). Normalerweise hat die öffentliche, kommunale Hand kein Geld für Kunst und ist auf die Kulturstiftung der Länder oder private Mäzene angewiesen, um ihrer Aufgabe einer gezielten Sammlungspolitik in ihrem Verantwortungsbereich nachzukommen. Das Museum hätte ja versuchen können sich eine Sammlung aufzubauen. Dazu hätte man auf Auktionen mitbieten können, mit ungewissen Ausgang, wie man weiss. Dem Handel jetzt vorzuwerfen er habe zu teuer verkauft ist nach dem demokratischen Prozess, der vorher abgelaufen ist, aus meiner Sicht, nicht ganz anständig. In dem Zusammenhang gibt es ein anderes Phänomen, das man in Köln mit der Sammlung Corboud beobachten kann. Vor Menschengedenken, als die Stadt die Schenkung mit der Auflage einen Museumserweiterungsbau zu errichten annahm, waren kritische Stimmen über die Qualität und die Bewertung zu hören. Die Stadt hat trotzdem entschieden und spätestens heute hat die Sammlung (auch ohne das abgezogene Konvolut) mindestens den Wert, den man ihr damals teilweise nicht hat glauben wollen. Mit Peter Ludwig und seinen immer an sehr teure Bedingungen geknüpften Schenkungen war es genauso. Heute muss man nach Köln, um eine der besten Pop Art Sammlungen zu sehen oder ausserhalb Frankreichs eine der bedeutensten Picasso Sammlungen.

Wir haben Corona und in allen privatwirtschaftlichen Betrieben versucht man Arbeitsplätze zu erhalten, nutzt Kurzarbeit, wohl wissend, dass sie mit den Mitteln der Allgemeinheit finanziert ist und irgendwann über Steuern wieder zurückgezahlt wird. Bei Kurzarbeit kann der 'freie' Unternehmer nicht einmal Bonifikationen zahlen oder die Gehälter anpassen, um verdiente Mitarbeiter für ihren Einsatz zu belohnen. Aber die Gewerkschaften von Menschen mit einer Quasi-Unkündbarkeit, einer sehr regelmäßigen Arbeitszeit und hohen Sicherheit meinen jetzt zum Streik aufrufen zu müssen, damit in diesen Hygiene bestimmten Zeiten der Müll in den Gassen wabert. Und das für 4,8 % mehr Lohn bei um mindestens 7% rückläufiger Wirtschaftsleistung und entsprechenden Steuerausfällen. Noch arbeiten mehr Menschen ausserhalb der öffentlichen Verwaltung und denen gegenüber sind solche Forderungen unsolidarisch. Aber keine Bange, es wird keine Spiegel Überschriften mehr geben, wie in den 70ger Jahren: "Die Beamten fressen den Staat auf" ! Müll als Coronabeschleuniger, das wäre doch was zur Stärkung des gewerkschaftlichen Egos (m/w/d).

Die Konzentration im Markt der Versicherungsmakler geht weiter: Hatte gerade die No.2 AON die No. 3 Willis übernommen, um so zur No. 1 aufzusteigen kauft die Ecclesia (gehört der evangelischen Kirche und der Caritas) jetzt 75,1% von Schunck, einem Spezialmakler für Logistik. Das ist ein ziemlich großer Happen aber der Magen der Kirche hat schon viel verdaut - altes Deutsches Sprichwort.

Für unser Spezialgeschäft im individuellen und kompetenten Umgang mit Kunst wird es bei den großen eng: Individualität stört die Hebel der Skaleneffekte.

Allen eine schöne spätsommerliche Woche - Am Mttwoch ist Herbstanfang!

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg