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Newsletter 37. KW 2020

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Unser Newsletter und Kobels Kunstwoche sind online. Die 353. von allen!

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

Düsseldorf/Cologne Open war gestern und Berlin Art Week und Positions sind morgen. Man konnte am Wochenende den Eindruck gewinnen Corona hat dem Hunger nach Kunst nicht geschadet. In den meisten der 50 Galerien gab es gute Besucherzahlen und auch den einen oder anderen Verkauf. Parallel wurde in der Langen Foundation die Ausstellung von Alicja Kwade eröffnet. Es gab auch wieder Partys, die unter entsprechenden Abstandsregeln zeigten, dass auch der Wille sich persönlich auszutauschen ungebrochen ist. Allerdings war der regionale Radius derjenigen, die sich trafen denkbar kleiner. Englisch hörte man selten und andere Sprachen sind noch rarer bei diesen Gelegenheiten. Mal sehen wie das in dieser Woche in Berlin sein wird. Immerhin machen die Galerien in Zürich Konkurrenz. Da findet parallel das Zurich Art Weekend statt. 100 Veranstaltungen an 3 Tagen.

Die großen Französischen Kulturinstitutionen erhalten eine Spritze von 680 Millinen Euro von Ihrer Regierung im Wesentlichen für restauratorische Massnahmen ist dem Journal des Arts zu entnehmen. 100 Millionen davon sind allein für das Chateau Villers-Cotteret geplant in dem Macron ein Zentrum für Frankophonie einrichten will. Der Rest verteilt sich auf Kathedralen und staatliche Museen, die auf Grund des Lockdowns erhebliche Umsatzeinbußen hatten. Wie die Museen weltweit überhaupt. Die privat finanzierten Museen in den USA leiden stärker, denn Kultur ist nur bedingt eine Staatliche Aufgabe auf der anderen Seite des Atlantiks. Und eine Administration, die Schulungen gegen Rassismus als unamerikanisch brandmarkt und deshalb untersagt scheint vor der Realität die Augen zu verschliessen. Das Bild des "guten Amerikaners" bekommt immer mehr Risse, je mehr man über den aktuellen Wahlkampf erfährt.

"Im Keller treffen wir uns alle wieder" war ein geflügelter Satz vom in den 80ger Jahren für Kunstversicherung beim Nordstern zuständigen Vorstand Edgar Müller-Gotthard. Ausstellungen wurden nach Zocher tarifiert, der eine Tabelle entwickelt hatte, die als Richtschnur in D-Mark Zeiten gelten konnte. Das Ansinnen der öffentlichen Hand günstigere Beiträge zu erhalten war bei den steigenden Werten der Kunst auch nur zu verständlich. Nachdem man bei Zocher minus 80% angekommen war erinnerte man sich an Englische Kalkulationsgepflogenheiten - follow the market. Das einzige Problem: Der Markt ist nicht transparent und die Aktuare haben die kleine Pflanze Kunstversicherung noch nicht wirklich entdeckt. Allein die cost of capital Berechnung dürfte einen höheren Bedarf ergeben, als der Gesamtprämiensatz großer Ausstellungen hergibt. Mitten in der Krise versuchen die Industrieversicherer die Preise für industrielle Risiken anzuziehen. Bei ihnen hat die Erkenntnis eingesetzt, dass man Versicherungsprodukte einsetzt, um Geld zu verdienen. Auch das ist nicht neu, nicht einmal dass diese Phasen oft parallel zu wirtschaftlichen Krisen beginnen. Neuer ist, dass die grossen Industriekonglomerate aus kurzfristigen Erwägungen die Idee der Eigenversicherung über sogenannte Captives stärker in den Vordergrund rücken und damit Druck auf die Kalkulation der Erstversicherer ausüben. Nothing beats cheap insurance ist ein Leitsatz der Industrieversicherung - aber wehe die Preise steigen. Probelmatisch wird es für den Deutschen Mittelstand, dessen Unternehmen in der Regel nicht über die Größe verfügen eine Captive Lösung zu denken. Deren Beitragsbelastung wird steigen, wenn sich die Anzahl der zu versichernden Risiken verringert aber die Schadeneintrittswahrscheinlichkeit gleich bleibt. Schön für die Kunstversicherer - da scheint das Thema erst im wichtigen Rückversicherungsmarkt London angekommen zu sein.

Das Thema spielt auch eine Rolle beim nächsten Kunstversicherungsgespräch am 20. November, wenn es um Staatshaftung geht. 

Eine kunstreiche Woche mit erfüllenden Erlebnissen wünscht

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg