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Newsletter 2. KW 2020

Die 318. von allen!

Kobels neue Kunstwoche ist online.

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

Das neue Jahr hat mit weniger Geböller begonnen, als das vorige - hatte man zumindest den Eindruck. Das schien einem Herrn mit besonderer Frisur an den Hebeln der Macht wohl nicht ausreichend. Am 3. Januar liess er deshalb eine Drohne in ein Pulverfass fliegen und wundert sich, dass die so Getroffenen auf Rache sinnen. Um sich vor der zu schützen wird als Vergeltung der Angriff auf ca. 50 Ziele im Iran angedroht, von denen einige zum Weltkulturerbe gehören sollen.  Damit verabschiedet sich die Nation, die einmal zur Verteidigung der freien Welt angetreten ist, ein weiteres Mal von den Grundsätzen der Vereinten Nationen. Leadership sieht anders aus. Auswirkungen auf Kunstausstellungen oder den Kunsthandel in der arabischen Region sind vorstellbar aber noch nicht abzusehen.

Ein 20jähriger hat vergangene Woche in der Tate Modern in London ein Gemälde von Picasso im Wert von 20 Millionen Pfund angegriffen und beschädigt. Das Bild wurde sofort aus der Ausstellung entfernt. Der genaue Schadenumfang bleibt unklar. Nach einem Messerangriff auf einen Daniel Buren Anfang letzten Jahres im Centre Pompidou ist dies in kürzerer Zeit die nächste Attacke auf ein öffentlich ausgestelltes Werk. Wenn die Kunst nicht hinter Panzerglas verschwinden soll (und selbst das räumt nicht alle Risiken weg) muss man mit dem Risiko leben. Ob in diesem Fall die englische Staatshaftung greift oder ein Versicherungsunternehmen zahlen muss ist noch offen.

Am 24. April 2020 findet zum 9. Mal das Kölner Kunstversicherungsgespräch im Europasaal der Kölner Messe während der Art Cologne statt. Unser Thema: "Staatshaftung - sinnvolles Instrument oder latente Überforderung öffentlicher Haushalte?" Wie sehen Staatshaftungsregelungen in Staaten und Bundesländern aus? Welche formalen Kriterien müssen erfüllt sein, um in den Genuss zu kommen? Gibt es einen Unterschied zwischen öffentlicher und privater Leihgabe in Bezug auf die Haftung? Wie sieht eine Schadenregulierung aus? Sind die Mittel für einen Schaden im jeweiligen Haushalt eingestellt? Sind Lösungen unter Einbeziehung der Versicherungswirtschaft denkbar? Nachdem Versicherungspools (Wie der Atompool) einer besonderen kartellrechtlichen und ordnungspolitischen Beobachtung und Genehmigung unterliegen fragt sich, ob der Aufwand lohnt? Welche politischen Positionen mit welchem Eigentumsbegriff gibt es? Was macht der private oder öffentliche Leihgeber im Schadenfall, wenn er seine Forderung gegen den Staatshaftungsgeber durchsetzen möchte? Was lässt sich durch Staatshaftung sparen? Könnten dann mehr Ausstellungen organisiert, mehr Kuratoren (m/w/d) an den Museen beschäftigt werden? Auf einige dieser Fragen versuchen wir mit Peter Grabowski, dem bewährten Moderator der letzten Gespräche, Antworten zu finden. Anmeldungen unter info[at]zilkensfineart.com

Tim Schneider traut sich am 2. Januar in Artnet die Zukunft des Kunstmarktes 2020 vorherzusagen. 7 Überlegungen stellt er vor - darunter: Die aktiven Investoren Lee und Skaterschikov werden die Muttergesellschaft der ART BASEL MCH in eine strategische Neuausrichtung zwingen, wenn sie ihre Anteile von zusammen fast 15% weiter ausbauen können. Basel-Land will sich angeblich von seiner Beteiligung trennen.  Die Glaskugel erwartet auch, dass mindestens 7 Künstler unter 40 im ersten Halbjahr 2020 auf Auktionen jeweils mindestens für ihre jeweiligen Werke zusammen mehr als 1 Million USD erzielen. Jetzt müsste man nur wissen welche er meint ... .

Für die erste volle Woche des Jahres wünsche ich Ihnen Kraft und Freude an allen Dingen, die Sie unternehmen.

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg