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Newsletter 23. KW 2020

Die 339. von allen!

Kobels neue Kunstwoche ist online.

Guten Tag und frohe Pfingsten liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

wir erscheinen heute, wenn auch später, um Ihnen wenigstens ein bisschen Lektüre zu ermöglichen, wo die meisten Zeitungen heute wegen pfingstlicher Erleuchtung nicht erscheinen. Es ist vielleicht besser so, denn Erfreuliches ist kaum zu berichten: Christo ist mit 84 in New York gestorben- aber sein letztes Projekt soll dennoch durchgeführt werden meldet das Studio. Der verpackte Arc de Triomphe in Paris - ein weiteres Zeichen für die wieder erstarkende Kunstmetropole. Die USA zeigen sich von ihrer hässlichen Seite, Polizisten (weiß) gegen Farbige mit sinnloser Gewalt, die bekanntlich zu weiterer Gewalt führt. Die meisten Coronainfizierten, die meisten Coronatoten weltweit - ein fragwürdiger Superlativ. Und aus G7 soll jetzt GX werden und Russland, Australien, Südkorea und Indien ergänzend dabeisein. Es stimmt schon, die alten Kultur- und Industrienationen Europas haben zur Zeit nicht viel zu melden. Die Brüsseler Administration scheint dem größten Beitragszahler der EU nicht freundlich gesinnt: ALITALIA wird seit Jahrzehnten unsanktioniert staatlich subventioniert, AIR FRANCE hat gerade staatliche Kredite von 11 Milliarden erhalten, bei denen klar ist, dass sie nie zurückgezahlt werden ohne dass das die Brüsseler Kommission juckt, nur die Lufthansa darf Startrechte abgeben, um der angeblichen Wettbewerbsverzerrung entgegen zu wirken. Und die Regierung schweigt - übernimmt 20% der Aktien zum Spottpreis (deutlich unterhalb des aktuellen Börsenkurses) und wundert sich, dass selbst die treuesten Europabefürworter immer stärker zweifeln.

Mit den Kunstmessen ist das dieses Jahr so eine Sache. Nach der abgebrochenen TEFAF im März war erst mal nichts mehr. Nur ein bisschen digital - aber an der Verbesserung der Technik wird gefeilt. Basel im September sehen viele potentielle Teilnehmer kritisch, weiss Stefan Kobel zu berichten, weil wohl wichtige Sammler wegbleiben könnten. Im Land mit den meisten Coronatoten in Europa und einem anerkannt schlechten Gesundsheitssystem, dass sich gerade aus der EU gelöst hat, hält man an dem Gedanken fest die FRIEZE im Oktober durchführen zu wollen. Bleibt die Aussicht auf die ART COLOGNE, der ältesten Messe für zeitgenössische Kunst, im November. Und damit auch die Aussicht auf das 9. Kölner Kunstversicherungsgespräch zum Thema Staatshaftung am 20. November. Wir werden sicherlich manche Dinge anders organisieren müssen. Merken Sie sich den Termin vor - oder melden Sie sich schon prophylaktisch an unter info [at] zilkensfineart.com .

4ART heisst eine neue App, die in der Lage ist neue Marktstandards in Sachen Sicherheit, Dokumentation und Zustandsprotokoll zu setzen, wenn die Kinderkrankheiten überwunden sind. Sie kann unabhängig von Produktgebern eingesetzt werden. Die verwendete Blockchaintechnologie sichert die Daten. Wir testen sie gerade.

Steve Wynn, Casino Mogul und Kunstsammlerhändler hat Pech mit seinen Picassos. Erst rammt er einen beim Verkauf mit seinem Ellenbogen und dann fällt einem Anstreicher bei Christies der Stiel seines Farbrollers ins Bild und löchert es. Mit 20% Wertminderung dürfte die Steadfast Insurance Co (die laut Bloomberg wohl zur Zürich Gruppe gehört) glimpflich davon gekommen sein. Das ganze ist erst zwei Jahre her und schon fällt dem Versicherer ein Regress gegen den Malermeister zu nehmen, weil der den Stil nicht ausreichend abgesichert hat. 18,4 Millionen USD soll er zahlen. Es geht also nicht um die Frage, wie kann man ein Bild in einen Raum stellen, in dem noch geweisselt wird (Frabe soll ja bekanntlich spritzen) sondern lediglich darum, ob das Abstellen eines Besenstils an der Wand ohne ausreichende Sicherungen grob fahrlässig war. In Amerika zusätzlich spannend: Haftpflichtversicherung beruht auf dem Claims Made Prinzip und nicht auf der Schadenereignistheorie. Der Versicherer ist dran unter dessen Periode der Schaden gemeldet wurde. Das dürfte spannend werden.

Allen eine erleuchtende Woche mit disziplinierten Freiheiten - wir reisen bald wieder

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg