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Newsletter 33. KW 2019

Die 297. von allen!

Kobels neue Kunstwoche ist online.

Guten Morgen liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

der Kunstsachverständige Dr. Pracher hat auf der Rückseite eines Gemäldes etwas entdeckt, was den ganzen Hype um Blockchain und Authentifizierung samt Provenienzrecherche ad absurdum führt: Die "Echtheitsgarantie für dieses Gemälde", die man mit Leim auf die Rückseite des Gemäldes klebt. Sieht aus wie eine alte Aktie und ist nicht gendergerecht: "Unterzeichneter ... Kunstmaler, geboren am ... ten .... im Jahre ... zu   Schüler von ... erklärt an Eides Statt, daß das umstehende Gemälde (Motiv: ... in der Größe xxx x xxx cm) von seiner Hand im Jahre Neunzehnhundert ... gemalt worden ist. Fingerabdruck, Unterschrift des Künstlers. Kontrollnummer. Der Maler ist verstorben am ...ten  ... zu ... . Besitzer dieses Bildes waren 1.,2.,3. bis 12tens. 12 Besitzer in Folge wären noch auf der Rückseite dokumentierbar - lückenlos. Auf den Aufkleber gab es ein deutsches Reichspatent wohl schon vor 1934 von PepEters Berlin in der Leipziger Strasse 103. Das Patent lässt sich nicht ergoogeln und auch nicht die in Berlin ursprünglich ansässige Firma. Wohl aber die Adresse an der sich die Anzeigenexpedition Rudolf Mosse um 1902 und später das nie fertig gestellte neue Casino der DDR befand. Der heutige Bau ist von der Viktoria Lebensversicherung nach Plänen von van den Valentyn und Koska nach 1992 errichtet worden.

Gestern Abend hat sich das Heute Journal in seinem Panik Journalismus selbst übertroffen: in großen Lettern wurde Rezession mit Wirtschaftskrise gleich gesetzt. Eine Abschwächung der Konjunktur ist noch keine Krise. In manchem alten Buch findet sich die Lehre von den 7 fetten und den 7 mageren Jahren. Zyklen haben etwas von einer nicht immer mathematisch exakt bestimmbaren oberen und unteren Amplitude. Ein Übermaß an politischer Regulierung aus purem Aktionismus, weil man sich hinter Greta verschanzt, um die großen Themen des Weltfriedens nicht auch noch ansprechen zu müssen, was zu einer Repriorisierung führen könnte,  kann allerdings leicht aus einer Rezession eine selbstverschuldete Krise machen. Was hat das mit Kunst und Versicherung zu tun? Nur so viel als, dass in den geldgebenden politischen und wirtschaftlichen Köpfen (m/w/d) oft an der Kultur zuerst gespart wird.

Vergangenen Dienstag verstarb die Schweizer Kunstsammlerin und Mäzenin Monique Barbier-Mueller im Alter von 89 Jahren. Der Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit lag in der Stammeskunst ferner Völker. Das nach ihr und ihrer Familie benannte Museum in Genf zählt zu den wichtigsten seiner Art.

Artnet berichtet über eine Auseinandersetzung zwischen dem Sammler Baradel und dem Kunstfonds Artemus die eine zerstörte Figur von Brancusi zum Gegenstand hat. Dabei geht Einiges wild durcheinander. Der Eigentümer versichert 5 Millionen USD bei zwei Versicherern. Der Wert vor dem Schaden ist 22,5 Millionen USD. Nach der Restaurierung wird sachverständig ein Restwert von 16,9 Millionen USD attestiert. Wer da jetzt was, zu welchen Bedingungen, wie versichert hat klingt etwas verworren. Offensichtlich sind die involvierten Versicherer nicht zahlungslustig. Möglicherweise einer der vielen Fälle, in denen Leihgeber meinen, dass die Versicherung des Leihnehmers genau so viel taugt wie die eigene. Wir wollen nur billig ist bei Leibe nicht nur ein Deutsches Phänomen ...

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen unbeschwerten Start in die neue Woche mit Kobels Kunstwoche im Anschluss.

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg