Newsletter

Newsletter 52. KW 2019

Die 316. von allen!

Kobels neue Kunstwoche ist online.

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

zunächst in eigener Sache - unsere Webside hat ein neues Sicherheitszertifikat - daher ist der Zugang möglicherweise erschwert - und wir sind in die Eupenerstrasse 74 umgezogen, für diejenigen, die uns mal besuchen wollen.

Morgen ist Heiligabend und viele Galerien haben schon ihre Weihnachtsgrüße verschickt (für die wir selbstverständlich danken) und sich bis zum nächsten Jahr in die Weihnachtsferien verabschiedet. Auch die Museen haben gute Wünsche versandt aber sie sind zwischen den Jahren geöffnet und freuen sich, wenn man ihre Arbeit durch Besuche würdigt.

Stefan Kobel hat einen Artikel im Artnewspaper entdeckt, der davon berichtet, dass die Organisatoren mit einem Wettbewerber von uns arbeiten, der den Messeteilnehmern 2,1% nur für die Messeteilnahme berechnen möchte - Streik, zivile Unruhen und Terrorismus inklusive. Das ist in etwa der zwanzigfache Preis, wie normal. Transporte sind noch zusätzlich zu versichern ebenso, wie die Haftpflichtversicherung. Die verfierfacht ihren Preis. Warum sich die Haftpflichtversicherung verteuert ist nicht einzusehen, denn die deckt Ansprüche Dritter gegen den Versicherten und die steigen im Gefährdungsgrad nicht, nur weil Unruhen auf den Straßen herrschen. Interessanter ist, dass die vornehmlich aus London stammenden Risikoträger in der Freiheitsbewegung mittlerweile chaotische, destruktive Züge erkennen, deren Ziel Zerstörung und nicht Freiheit ist, sonst müssten sie akzeptieren, dass gerade die Kunstfreiheit ein zu bewahrendes und damit schützenswertes Gut ist, deren Zerstörung nicht das Ziel der Bewegung sein kann. Im Gegenteil, das Ausbleiben internationaler Präsenz bei der Art Basel Hongkong wäre für die Ziele der Bewegung kontraproduktiv. Kunden, die bei uns Rahmenverträge einschließlich der Messen und ihre Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben brauchen im Rahmen der bestehenden Verträge nichts zu befürchten. Pacta sunt servanda - Verträge müssen eingehalten werden.

Zum ersten Mal hat die Unesco ein immaterielles Weltkulturerbe wieder von der Liste genommen. Im Karnevalszug von Alost (Flandern/Belgien) - bis letzten Freitag noch Weltkulturerbe -  war ein Wagen mitgeführt worden, der neben Politikern, Kirchen(fürsten), Muslimen und anderen die Welt beschäftigenden Themen orthodoxe Juden karikierte. Was ist eigentlich mit dem Kölner Karneval? Da laufen seit Jahrzehnten Negerköpp mit und schmeissen Kamelle (Bonbons). Ist Karneval Kunst (Volkskunst?) und die Unesco der Hüter begrenzter künstlerischer Freiheit? Sigmund Freud hatte schon 1905 in seiner Schrift "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" dessen Ventilfunktion herausgearbeitet: Freud sah im Witz eine Technik des Unbewussten zur Einsparung von Konflikten und zum Lustgewinn. Der Lustgewinn beruhe auf einer kurzzeitigen Lockerung von Verdrängungen. Durch die Solidarisierung mit Gleichgesinnten wirke der Witz gegen Autoritäten, gegen den Sinn oder auch gegen Andersdenkende. Witze können roh, geschmacklos und infam sein, aber sie spiegeln einen Gemütszustand wieder den es zu hören und gegen dessen Ursachen es zu arbeiten gilt. Verbote helfen da wenig.

Die fünf größten Auktionshäuser Frankreichs verzeichneten 2019 einen Umsatzzuwachs von 20% auf 930 Millionen Euro. Allein Sotheby's - in Frankreich noch die Nummer 1 - setzte 355 Millionen Euro um. Drouot hingegen - in dem mehrere Einzelauktionatoren jeweils auf eigene Rechnung arbeiten - hat einen leichten Umsatzrückgang von 376 auf 371 Millionen Euro. In Deutschland erreicht nicht ein Auktionshaus auch nur annähernd Zahlen in dieser Größenordnung. Der latente Bazillus Neid, der jetzt auch wieder die Diskussion um die Mehrwertsteuer auf den Plan ruft, schafft einfach kein Klima für Spass am Erfolg. Hasso Plattner, dem Potsdam und die Kunstwelt das wunderbare Museum Barbarini verdankt, hat schon angekündigt das Land zu verlassen, wenn es soweit kommt.

Gegen die Wolken am Horizont wünschen wir allen ein frohes Weihnachtsfest und die Erfüllung mancher Wünsche.

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg