Stephan
Zilkens
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Newsblog 14. KW 2026
Reisen bildet - ist ein altes Gerücht mit ziemlich hohem Wahrheitsgehalt. Jetzt also Paris! Wenn man ca. 6 Jahre nicht dort gewesen ist, ist das Erstaunen über Veränderungen um so größer. Notre Dame steht wieder, Gott sei dank. Der Verkehr rollt oberirdisch - aber nur noch für Taxis. Tempo 30 , ausgedehnte Fahrradstrassen helfen dabei. In vielen Strassen leere Geschäfte - irgendwas ändert sich. Taxis profitieren, auch ohne städtischen Eingriff in die Preisgestaltung für öffentliche Verkehrsmittel, wie gerade in Köln geschehen, um die meist dreckigen und schlecht gepflegten heimischen Taxis vor den bösen mit saubereren Fahrzeugen der Uber und Bolt Konkurrenz zu schützen. Die Nutzung der Busspuren nur durch Taxis reicht für den Wettbewerbsvorteil, selbst wenn man preislich das schlechtere Angebot hat. Der Stadtrat und seine marktwirtschaftlich feindlichen Mitglieder allerlei Geschlechts sollten einfach mal reisen - eco bitte.
In den späten 70gern und frühen 80gern, als Köln noch das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Deutschland war, machte Sotheby‘s eine Filiale in Köln auf. Die Leitung übernahm Uschi Niggemann, die über Jahrzehnte das prägende Gesicht für die Londoner in Deutschland war. Sie hat viel bewegt in der St. Apernstrasse. Fast unbemerkt ist sie sie vor knapp zwei Wochen in Köln gestorben.
Johann König und Stefan Kobel sprechen diese Woche im Podcast der Galerie König über irgendwas mit Kunst. Hinhören lohnt sich immer.
Der Krieg im Nahen Osten geht in die fünfte Woche. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Börsen wackeln, die Märkte wirken verunsichert und dennoch hört man von den Kunstmessen keine Katastrophen. Art Basel HKG, Irgendwas in Amsterdam, Drawing now und Salon du Dessin finden statt und man hört von zufriedenen Galeristen - bei Drawing now vielleicht weniger, weil die Veranstalter zugelassen haben, dass sich die Besucher beinahe totgetrampelt hätten, so voll war das. Arbeiten auf Papier brauchen aber Ruhe und Abstand für den Betrachter ( klar, sie wissen schon : allerlei …) . Es war atemberaubend voll - aber in der Atmosphäre sind Verkäufe schwierig. Anders der Salon du Dessin in der alten Börse von Paris: Die ausstellenden Galerien werden aufgefordert und können sich nicht bewerben. Jeder Stand hat ungefähr die gleiche Größe. Der Platz wird ausgelost, es gibt keine Pfründe-Plätze, wie wir sie von der Art Cologne oder der Art Basel kennen. Und jede Galerie hat nur ca. 4 Stunden Zeit ihren Stand aufzubauen. Das erhöht die Spannung für alle Beteiligten, wobei die Zeit nach 2000 nur mit zwei Galerien vertreten war. Der Rest weit davor und mit einer Qualität die im Bereich Papier der TEFAF den Rang streitig macht.
Die Versicherer sorgen sich um Klimawandel und weltpolitische Entwicklungen. Das hindert sie nicht in Teilbereichen absurde Kalkulationen zuzulassen. Kusama wird derzeit in Köln ausgestellt. Sündhaft teure Ausstellung sagt die Museumsleitung und sucht nach Spenden. Eine kam von der Versicherungswirtschaft: ca.180 Mio. Versicherungssumme für 5 Monate Ausstellung einschließlich weiterer Transporte kosten weniger als 30.000 EUR. Das sind gerade vielleicht einmal 0,0165% der Versicherungssumme ! Versuchen Sie mal einen Kredit ohne Sicherheiten zu diesen Konditionen zu bekommen. Man kann den beteiligten Gesellschaften nur wünschen, dass sie nicht börsennotiert sind - Kapitalvernichtung auf die leichte Art mögen Investoren nicht.
Klar, wir sind noch kein wirklich altes Unternehmen - und auch wir brauchen Kunden, die deutlich jünger sind, als die derzeitige Geschäftsführung. Wir nutzen viele Wege, um auf uns aufmerksam zu machen - TikTok gehört allerdings nicht dazu! Allerdings erschreckt auch uns, dass dieser Kanal gerade die bis 30 jährigen manipulativ erreicht und ihr Wahlverhalten sich von Freiheit abwendet und den Rattenfängern folgt. Gegenmittel: Erziehung zur Freiheit und nicht verhätschelnde, konfliktvermeidende laissez-faire Attitüde. Man darf ja noch Träume haben.
Wir wünschen Allen einen kraftvollen Start in die Osterwoche. Bleiben Sie uns gewogen Dienstag nach Ostern lesen wir uns wieder.
Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Solothurn und Köln.