Zilkens Newsblog

Stephan Zilkens und Ole Petter Börgers - Photo Mike Christian
Stephan Zilkens und Ole Petter Börgers - Photo Mike Christian
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 15. KW 2026

Unsere Weihnachtskarten sollen Geschichten erzählen - das ist zumindest der Wunsch unseres Photographen Mike Christian. Die letzte illustriert einen Generationswechsel. Wir freuen uns, dass Ole Petter Börgers vom unserem Gesellschafter, der Attikon AG, zum 1.4.2026 zum Geschäftsführer der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH bestellt wurde. Als Kunsthistoriker mit zusätzlicher versicherungstechnischer Ausbildung setzt er die Tradition fort, die schon bei der Gründung der Gesellschaft angelegt war. Er führt jetzt die Geschäfte gemeinsam mit dem Schreiber dieser Zeilen. In diesen unsicheren Zeiten kann man Stabilität gut gebrauchen.

Womit wir bei der Weltlage wären, die alles andere als rosig ist und staatsgläubigen Dirigisten deutlich macht, dass der Markt vermutlich manches besser richten kann, als ein regierungsseits verordneter Eingriff, um das Erregungspotential des heimischen Journalismus im Griff zu halten, der sich dann sensationslüstern in sein Gegenteil verkehrt. So zum Beispiel an der Spritpreisregelung nachzuvollziehen - von Österreich lernen muss nicht immer gut gehen. Kunstmessen direkt vor Ostern waren auch keine - das geht aber gleich diese Woche in Paris wieder los. Und Mallorca nicht vergessen - da probt die Art Cologne, die schlechte Rezeption von vor Zig Jahren mit großem Aufgebot vergessen zu machen. Für Freunde klassischer Automobile wird Essen zum Fluchtpunkt. Dann kommt Düsseldorf und am Ende des Monats Brüssel.

Positive Signale ans eigene Volk sendet derzeit Frau Meloni, die Geld für Dinge ausgibt, die als italienisches nationales Kulturgut angesehen werden können, wie z.B. ein Caravaggio, der jetzt für 30 Millionen ausserhalb Italiens erworben wurde. Derweil mussten sich die Uffizien einer heftigen Cyberattacke erwehren, bei der unklar ist, welche Daten erbeutet und welche sicherheitsrelevanten Informationen ausgelesen oder blockiert wurden. Der Angriff zeigt - Cyberrisiken lauern überall - das ist wie mit dem Feuer, das trotz aller Vorbeugung ausbrechen und Werte vernichten kann. Cyberversicherung ist die neue Feuerversicherung - und wenn Sie mehr darüber wissen wollen können Sie das auch bei uns erfahren.

Die Kulturwelt in Deutschland ist durch ein Urteil des Bundessozialgerichtes 2022 aufgeschreckt worden, dass sich langsam als Herrenberg-Urteil in die Köpfe gräbt und beginnt Kunstschaffende um ihre Erwerbsquellen zu bringen. Kurzfassung: Selbstständige Musiklehrer an Musikschulen sind nicht mehr freie Unternehmer sondern abhängig Beschäftigte für die die kompletten Sozialabgaben und Einzahlungen zur Rentenversicherung fällig werden. Wie war das mit der Künstlersozialkasse? - Jedenfalls haben die Museen festgestellt, dass auch sie freie Mitarbeiter beschäftigen. Anders wäre der Betrieb auch gar nicht mehr aufrecht zu erhalten. Nur Herrenberg verunsichert die Verwaltungen und keiner weiß mehr so richtig einstellen - oder abwarten. Letzteres entspricht ja auch den Bürokratieabbauinitiativen: lieber abwarten, bevor sich was ändert! Dankenswerter Weise hat der Deutsche Museumsbund jetzt eine Informationsveranstaltung im Angebot. Am 20. April gibts das Ganze online zwischen 10:00 und 12:00 Uhr und auch noch kostenlos. Applaus!

Vom 10.-13. Mai veranstaltet der gleiche Verein seine Jahrestagung in Münster unter dem Motto: "Museen öffnen! Vielfalt als Chance" Klingt erst einmal gut - setzt aber auch voraus, dass für die Kultur ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, die die Kosten für Instandhaltung von Museumsbauten beinhalten. Nicht so, wie wir das gerade in Köln erleben oder noch schöner in Berlin, wo die neue Nationalgalerie von Herzog & de Meuron mit feuchten Fundamenten vermutlich wieder das Ergebnis verfehlter öffentlicher Ausschreibungen ist. Sie vergeben nur an den billigsten und wundern sich, dass es dann erheblich teurer wird. Das wird übrigens in jedem staatlich aufgesetzten Wohnungsbauprogramm genauso gehen, wenn man nur nach dem billigsten schaut. In der Schweiz nimmt man aus Prinzip nicht den billigsten Anbieter im Bauwesen...

Zu guter Letzt hört man, dass der Mann mit dem Kannichenfell auf dem Kopf im weißen Haus jetzt auch an seiner presidential Library bastelt, die größer, goldener, teurer und weiß der Himmel noch weitere Superlative weiter werden soll, als alles, was seine 15 Vorgänger vor ihm auf die Beine gestellt haben (nur Biden ist der Aussetzer). 47 Stockwerke hoch, grandios hässlich soll das Gebäude Miami zieren und über 1 Milliarde USD kosten, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden sollen. Vermutlich müssen all die Insider-Händler, die von den erratischen Mitteilungen des Herrn profitiert haben ein bisserl was abgeben - zur Entlastung ihres Steueraufkommens. Und bitte Bibliothek nicht falsch verstehen: in diesem Fall geht es um einen Weihrauchtempel zur Geschichtsklitterung und nicht etwa um Bildung und Literatur.

Schauen wir trotzdem optimistisch in die neue Woche

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Solothurn und Köln