Zilkens Newsblog

Art Paris, Chicago und Palma vorbei - der Widerstand bleibt - Photo Stephan Zilkens
Art Paris, Chicago und Palma vorbei - der Widerstand bleibt - Photo Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 16. KW 2026

Schon wieder so ein Montag mit einem gerüttelt Mass an Unsicherheiten, die langsam aber sicher auch auf das Reiseverhalten der Menschen größeren Einfluss nimmt. Kunstmessen finden immer noch statt - gerade sind die in Paris, Palma und Chicago zu Ende gegangen. Ob Allerdings der Ableger der Art Cologne in Palma eine Woche vor der Art Düsseldorf von der Urlaubsstimmung und dem schöneren Wetter profitieren konnte bleibt abzuwarten. Manche Galerie nimmt an beiden Messen teil - eine große Herausforderung, der manche Galeristen kritisch gegenüberstehen. Johann König schreibt angeregt durch einen Essay von Josh Kline "New York Real Estate and the Ruin of American Art" auf Linkedin: … Was ich daran besonders interessant finde, ist seine Analyse der Kunstmessen. Denn wenn man ehrlich ist: Kunstmessen sind heute nichts anderes als die Innenstädte der Kunstwelt. Und zwar die schlechten. Die, in denen jede Straße gleich aussieht. Die, in denen überall die gleichen Läden sind. Die, in denen man nach fünf Minuten nicht mehr weiß, ob man in Frankfurt, Dubai oder Shanghai steht.

Genau so fühlen sich Kunstmessen an. Der gleiche Aufbau. Die gleichen Booths. Die gleichen Namen. Die gleiche Ästhetik. Die gleichen „sicheren“ Positionen. Alles ist standardisiert, optimiert, glattgezogen. Risiko wird systematisch eliminiert. Was übrig bleibt, ist eine austauschbare Verkaufsfläche. Kunst wird dort nicht mehr entdeckt – sie wird verheizt. Nicht mehr gezeigt – sondern durchgeschleust. Und gleichzeitig ist dieses System extrem teuer und brutal ineffizient. ... Ein paar schlechte Messen – und eine Galerie ist weg. Ein paar falsche Preise – und ein Künstler verliert seinen Markt. Das ist kein gesundes Ökosystem. Das ist ein überhitztes System, das sich selbst destabilisiert.

Man darf anderer Meinung sein und es kommt immer wieder vor, dass man neue Positionen auf Messen findet, die noch nicht in den großen Kreislauf eingeschleust sind, so wie in Palma, den Positions oder jetzt auch in Düsseldorf. Zwischen Kunsthandel und Galeriearbeit ist ein großer Unterschied und nur wenigen Galeristen gelingt es auch Kunsthändler zu sein. Vielleicht kommt ja eine Debatte in Gang, die am Ende dazu führt, dass wir in den Unternehmen wieder eine größere Bereitschaft im Management finden sich mit Kunst zu umgeben, wie in den 80gern und 90gern als Firmensammlung noch eine Zierde und nicht eine über den secondary market abzugebende Assetklasse waren. (Bayer könnte dann auch wieder kaufen anstatt zu verkaufen)

Manchmal ist ja ein Blick zurück ganz aufschlußreich: Im April 1975 war die mit den römischen Verträgen von 1957/58 gegründete EWG von 6 (B,NL,LUX,D,I,F) seit zwei Jahren auf 9 (+GB,IRL,DK) gewachsen. Der Vorsitzende des Rates Gaston Thorn, der gleichzeitig Ministerpräsident von Luxemburg war, äusserte sich skeptisch über die weitere Entwicklung. Der Belgier Tindemanns rechnete gar mit einem Verlust des bisher Erreichten. Und bei der CDU war der Eindruck entstanden, dass die letzte Erweiterung zur Folge gehabt habe, dass die Gemeinschaft noch weniger als vorher schnell und sachgerecht entscheiden könne. 50 Jahre später hat sich diese Erkenntnis in breiten Bevölkerungsschichten aller betroffenen Staaten verfestigt - aber keiner der für die Europapolitik Verantwortlichen ist bereit Subventionen, Privilegien, Abstimmungsorganisation und Kommissionsaufbau in Frage zu stellen, um Europa damit nach vorne zu bringen. In Ungarn lassen sich die Wähler gar vom Amerikanischen Vizepräsidenten gegen Europa aufhetzen. Genutzt hat es nichts! Die Mitgliedsstaaten der EU müssten jetzt eigentlich mindestens alle den jeweiligen Amerikanischen Botschafter einbestellen und gegen diese Art der Einflussnahme heftig protestieren. Vielleicht hatten sie das auch vor, aber nach dem überwältigenden Sieg von Magyar scheint das nicht mehr notwendig. Vance bringt es nicht in Ungarn und in den Verhandlungen mit Iran auch nicht. Jetzt sperrt sein Chef Trump die Strasse von Hormuz. Leute kauft Aktien von amerikanischen Oil Companies … . Und ganz findige prüfen jetzt, wer rechtzeitig welche Positionen im Börsenhandel aufgebaut hat. Die Presidential Library von Trump muss doch irgendwie finanziert werden.

Unpassend wie nur was ist der Streik erst des Kabinenpersonals und jetzt auch noch der Piloten der Lufthansa. Gerade jetzt, wo eine Möglichkeit besteht gegen die staatlich subventionierten Airlines der Golfstaaten Punkte zu machen wird der Betrieb lahmgelegt. Wenn man mal die Qualität der Wettbewerber kennengelernt hat muss man nicht unbedingt zur Lufthansa Gruppe zurück! Bei Eurowings quäkt einem sowieso unsympathisches American English entgegen, selbst wenn man in Berlin am Gate steht. Und das liegt meines Wissens in Europa.

Dass die von Putin verkündete Osterruhe brüchig war, dürfte keinen wundern. Der Kampf um die Freiheit Europas geht im Donbass und Luhansk weiter - auch ohne Unterstützung amerikanischer Opportunisten.

Nicht das jemand auf die Idee käme mich interessiere Fussball oder gar ich verstünde etwas davon! Aber das jetzt eine Frau Cheftrainerin der Bundesligamannschaft von Union Berlin wird finde ich beachtenswert. Wenn die dann endlich mal die „dreckeligen Bayeren“ ,wie mein Großvater zu sagen pflegte, vom Thron stossen würden … die Republik wäre dankbar - Geld wäre dann nämlich doch nicht alles im Sport.

Die Versicherungswirtschaft bleibt bei all dem abwartend und kalkuliert Kriegsrisiken, wenn überhaupt im Prozentbereich. Auch das wird sich auf die Preise niederschlagen. Eine nervöse Woche könnte das für uns alle werden - bleiben wir stabil …

Stay tuned - Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln und Solothurn