Zilkens Newsblog

Visionen in Köln - Das Stadtmuseum Photo: Stephan Zilkens
Visionen in Köln - Das Stadtmuseum Photo: Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 21. KW 2026

Es ist schon irgendwie befremdlich, wenn potentielle Labour Kandidaten für den Premier in England von der Rückgewinnung der Arbeiterklasse für Labour schwärmen. Wie soll ich denn was zurückgewinnen, was nicht mehr existiert? Ähnlich abstrus geht es teilweise im Deutschen Kabinett zu. Alle Duzen sich, weil man das ja so macht. Die frühere formelle Anrede "Herr Bundeskanzler*in", die dem Amt und dem Respekt vor dem Amt galt, ist aus Presse und Parlament fast vollständig verschwunden. Jetzt spricht der Friedrich mit dem Lars und der Bärbel. Die Bärbel wäre auch ein guter Exportartikel nach England - auf der Suche nach der Arbeiterklasse. Frau Bas, hier sind ihre Entlassungspapiere klingt auch viel besser als Bärbel, da ist die Tür. Umgekehrt scheint sich kein Mensch daran zu stören, dass Unternehmen, wie Eurowings, ihre Kunden frech weg duzen. Das zeugt von Missachtung und Jemenfoutisme - wie die Franzosen sagen. Der Kunde ist egal - er hat bei der aktuellen Struktur des Flugangebots außerhalb Frankfurts und Münchens kaum eine Wahl. Qatar Airways hält die Etikette aufrecht und fliegt dabei nicht schlecht durch die Krise.

Da war doch dieser Europäische Sangeswettbewerb, den Bulgarien (Glückwunsch) zum Ersten Mal gewonnen hat. Ein paar Länder nahmen nicht teil, weil Israel dabei war - aber beim Voting haben sie doch mitgemacht. Interessanter ist, was dieser Wettbewerb vielleicht indirekt über den aktuellen Zustand Europas aussagt, wenn man mal Australien außen vorlässt (die waren auf Rang 4 nach Israel und Rumänien). England letzter und Deutschland Vor-Vorletzter und bei den öffentlichen Stimmen durchgefallen. Auch Frankreich mit dem 11. Rang nicht besonders vom Publikum gelobt. Die einst als Garanten für die Europäische Idee stehenden Länder scheinen in ihrem Gesang keine Form zu finden, die die Massen überzeugt. Und wir wundern uns über die zunehmenden Nationalismen?

Unsere Welt soll ja elektrischer werden - das heißt wir brauchen auch mehr Speicher in Form von Batterien. Die Feuerversicherer werden allerdings bei dem Wort Entsorgungsbetrieb oder Recycling immer sensibler, weil fast täglich ein Betrieb in Deutschland in Flammen aufgeht. Ursache sind häufig die Lithium-Ionen-Akkus oder Batterien, die sich selbst entzünden. Die Versicherbarkeit geht zurück und die Preise für diese Risiken steigen, wenn man überhaupt noch einen willigen Versicherer findet.

Compliance ist ja ein großes Wort, dass unheimlich viele Arbeitsplätze in den Unternehmen geschaffen hat. Man soll nachweisen, dass man in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen handelt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Versicherer meinen, dass sie dazu verpflichtet sind die Zeichnung der Risiken von der Schadenregulierung am besten durch Chinese Walls zu trennen. Eine ziemliche Krankheit für die es nur bei der Rechtschutzversicherung eine gesetzliche Grundlage (to comply with) gibt. Beim Rest findet sich das Modell die zeichnende Seite formuliert die Bedingungen zu denen ein Risiko in die Bücher genommen wird und die andere findet heraus, warum die Formulierungen im Vertrag nicht das decken, was man eigentlich decken wollte. Solche Mauern helfen eigentlich nicht mal den Aktionären - sie schaden dem Ruf der ganzen Branche. Diese Konstruktionen führen zu Blüten, wenn die für Umsatz Verantwortlichen kein Geschäft mehr bekommen, weil die für die Realisierung des Produktes zuständigen Schadenleute nicht wirklich das Versprechen einlösen können oder wollen. Einer neuen Generation dann einreden zu wollen es handle sich um emotionale Haltungen der Alten, die das Geschäft behinderten ist eine Idee - aber keine gute! Kurzum - an der Stelle muss man Compliance neu denken!

Köln hat eine große Museumslandschaft mit 9 städtischen Museen von denen einige Weltruhm und entsprechende Bestände besitzen. Mit der Erhaltung und Beförderung dieser Schätze hat die von den Bürgerinnen finanzierte Stadtverwaltung einschließlich des Rates nicht wirklich viel am Hut. Es verwahrlost so das ein oder andere - wir berichteten. Die alte Waffenkammer von um 1600 - das Zeughaus - beherbergte lange das Stadtmuseum, bis 2017 eine marode Leitung platzte und Wasser das Gebäude massiv beschädigte. Jetzt haust man in einem Interim. Eine Versicherung gegen die Wasserschäden scheint es auch nicht gegeben zu haben, denn die In Standsetzung des Gebäudes findet nicht statt. Vermutlich ging das über den kommunalen Schadenausgleich, der mit einer solchen Aufgabe extrem gefordert wäre. Jetzt hat aber eine Abschlussklasse von Architekturstudenten viele Entwürfe vorgelegt, wie man das Gelände entwickeln und der Stadt wieder ein würdiges Museum zurückgeben kann. Bis gestern waren die Modelle zu besichtigen. Für die Umsetzung ist mit dem Stadtrat, der ja die Verwaltung beaufsichtigt und beauftragt, vermutlich kein Geld da - aber als Public Private Partnership ist da vieles denkbar. Auf geht's!

Stefan Kobel hat im Anschluss ganz viel zu diversen Kunstmessen und Auktionen. Wir lesen uns dann wegen Pfingsten nächste Woche erst wieder am Dienstag.

Kommen Sie gut durch die Woche

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln und Solothurn.