Stephan
Zilkens
,
Newsblog 22. KW 2026
Letzten Mittwoch war es soweit: Die ersten Stipendiaten von Support Artists in Exile Cologne e.V. haben ihre Werke in einer bewegenden Ausstellung gezeigt. Anas Kahal aus Damaskus hat seine Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Syrien in Filmsequenzen realisiert, die die Anonymität der wild um sich schießenden Horden ins Bewusstsein rückt konterkariert mit einer poetisch wirkenden Arbeit von Majd Suliman aus Aleppo zur Ouvertüre von Rimski-Korsakows Scheherazade in deren Mittelpunkt ein tanzender Rollstuhl steht, der eitel seine Pfauenfedern spreizt. Zusammen ergibt das einen sehr bewegenden Moment, dessen Sprache jeder, der dabei war verstehen konnte. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Juni und die Künstler freuen sich, wenn man vorbeikommt. Terminvereinbarung über die Künstler - Kontakte über uns.
Vor knapp 7 Jahren ist Notre Dame in Paris abgebrannt. Sie steht wieder dank der Unterstützung einiger Superreicher mit gesellschaftlicher Verantwortung und internationaler Solidarität und Knowhow Exchange. Die Fenster des 19. Jahrhunderts sollten durch zeitgenössische von Claire Tabouret ersetzt werden. Denkste dachten da ein paar verknöcherte Denkmalpfleger so ziemlich jeden Geschlechts und klagten gegen die Realisierung. Pech gehabt - ein Gericht in Paris hat entschieden, dass zeitgenössische Umwidmungen in bestehenden architekturalen Strukturen erlaubt sind. Es darf sich also noch etwas entwickeln - selbst in Frankreich.
Nicht Vernünftiges scheint sich allerdings in der Türkei zu entwickeln und, auch wenn es keiner offen ausspricht, dieses Land entfernt sich immer mehr von den Werten, die wir in Europa hochhalten wollen. Freiheit ist einer davon und der wird durch eine völlig korrupte Justiz in dem Land mit Füßen getreten, wenn es Erdogan und seiner Entourage gerade passt. Innerhalb der Nato auch kein verlässlicher Partner wie es scheint. Aber geostrategisch bedeutsam - aber muss man deshalb alles durchgehen lassen?
Ulrike Lehmann hatte für ihr neues Buch eine tolle Idee für den Titel: "Die Picasso Strategie" aber die Lordsiegelbewahrer, genannt Erben Picassos waren dagegen. Jetzt heißt es: "Creative Leadership - Wie Führungskräfte von Künstlern wie Picasso lernen können". Das Schöne daran ist: Sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass zukünftige Generationen im Management wieder einen Wert darin erkennen sich mit Kunst zu beschäftigen. Wir sollten sie alle darin unterstützen.
Beziehungen schaden nur dem, der keine hat - alte Weisheit, gerne von denen ignoriert, die gerade keine haben. Max Hollein, der Chef des Metropolitan Museum in New York und kreativer Geist hat zum Glück ganz viele. Zum einen zu Ronald Lauder und seiner Tochter Aerin Lauder Zinterhofer und zum anderen zu einer Menge spendenfreudiger Sponsoren, die es ihm ermöglichen, dass das Metropolitan 2028 die Neue Galerie in New York übernimmt - und damit die Sammlung und das Gebäude! Der Wertzuwachs dürfte in die Milliarden gehen, wenn man die Auktionsergebnisse, die gerade in New York erzielt wurden als Massstab heranzieht. Irgendwo freut es einen, dass die Neue Galerie damit eine sichere Zukunft hat.
Fusionen können auch mal gelingen, wie jetzt die Beispiele von Barmenia und Gothaer und Helvetia und Baloise zeigen. Beide Gesellschaften berichten von deutlich besseren Ergebnissen, die nicht nur durch die sattsam bekannten Skaleneffekte zu Stande kamen - aber auch.
In Baden-Württemberg träumt man den Traum des Bürokratieabbaus mal anders. Es werden die meisten Maßnahmen in Frage gestellt und wenn nicht innerhalb eines kurzen Zeitraums eine ausreichend plausible Begründung für die Notwendigkeit der Maßnahme seitens der Behörden vorgelegt wird, gilt sie als obsolet - Fott domet! Nur wie macht man das mit Verordnungen aus Brüssel?
In diesem Sinne wünsche ich allen einen sommerlichen Start in die verkürzte Arbeitswoche gemeinsam mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln und Solothurn.
Ihr Stephan Zilkens