Stephan
Zilkens
,
Newsblog 23. KW 2026
Für die etwas neueren Leser: Sie schauen gerade in die 650. Ausgabe unseres Newsblogs und von Kobels Kunstwoche. 12 1/2 Jahre gemeinsamer Arbeit für die Kunstmarktberichterstattung sollten Anlass sein einmal kurz zurück zu blicken: Wie war die Welt, als wir damit angefangen haben?
Die FAZ veranstaltete noch ein Kunstmarktsymposion mitten in Berlin, bei dem Kobel und ich uns kennenlernten. Da durfte keiner fehlen, der dem Kunstmarkt eine Bedeutung zusprach. Heute hat die Zeitung zwar noch eine Kunstmarktseite - aber es wird immer flacher. Die Zilkens Fine Art gab es übrigens da 2 1/2 Jahre und war weit davon entfernt mehr als die Gehälter der Mitarbeiter zu verdienen. Trotzdem sind wir seither Herausgeber von Kobel's Kunstwoche mit Begeisterung.
Seit der Zeit gab es in Großbritannien 6 Prime Minister (Liz Truss nicht vergessen, die war nur 2 Monate im Amt), in Deutschland drei Kanzler, In USA drei Präsidenten, in Frankreich 2 und in China einen. Deren jeweiliger kulturpolitischer Ansatz ging von nicht vorhanden bis geopolitisch bedeutsam. Es stechen besonders hervor:
Angela Merkel (Deutschland)
· Kulturgutschutzgesetz 2016
· stärkere Regulierung des Kunsthandels
· Beginn verschärfter Provenienz- und Exportdebatten
Emmanuel Macron (Frankreich)
· Ouagadougou-Rede 2017
· Sarr-Savoy-Bericht
· Neubewertung kolonialer Restitution
· Frankreich wird Motor europäischer Rückgabepolitik
Xi Jinping (China)
· massive staatliche Steuerung von Kultur
· Ausbau chinesischer Museumslandschaft
· stärkere Kontrolle des Kunstmarkts
· Kultur als Teil geopolitischer Soft Power
Donald Trump
· Politisierung von Museen und Erinnerungspolitik – entspricht auch der Haltung der AfD
· Konflikte um nationale Narrative·
Joe Biden
· stärkere internationale Kooperation bei Kulturgüterschutz
· Unterstützung ukrainischer Kulturgüterprogramme nach 2022
Drei Politiker haben die internationale Kulturpolitik vermutlich am stärksten geprägt:
1. Xi Jinping → Kultur als geopolitische Machtressource.
2. Emmanuel Macron → Restitution und postkoloniale Kulturpolitik.
3. Wladimir Putin → durch den Ukrainekrieg indirekt die größte Veränderung europäischer Kulturpolitik seit Jahrzehnten.
In all dem Hickhack gab es noch den Brexit und Corona mit weitreichenden Folgen für den Kunstmarkt aber auch für die Versicherungswirtschaft. AXA hat sich in dem Zeitraum die XL einverleibt, AON versuchte WTW zu übernehmen und in Deutschland begann so rund um Corona der Versuch den Maklermarkt zu konsolidieren. Wie die Logistik ist auch der Deutsche Maklermarkt sehr mittelständisch und familienorientiert unterwegs. Da bahnt sich ein Wandel an. Allerdings haben die mittelständisch orientierten unter den Konsolidierern das freundlichere Gesicht.
Der Schreiber dieser Zeilen ist ab heute nur noch beratend tätig. Newsblog und Kobels Kunstwoche erscheinen weiter.
In Essen und im Ruhrgebiet findet die Manifesta statt. Einer der von ihr genutzten Räume ist die Heilig Geist Kirche in Essen. Dort sind seit einger Zeit Vandalen unterwegs, die die Kupferbegrenzungen an den Regenableitungen beschädigen. Gebäudeversicherer mögen das nicht - Denkmalpfleger übrigens auch nicht, denn es ist zweifelhaft, ob die alte Gestaltung wieder hergestllt wird. Wer in Heilig Geist eine Ausstellung organisieren will oder das Gebäude als Lager oder Präsentationsfläche nutzen will, melde sich bei uns. Wir können vermitteln. Das ist doch des Maklers Liebstes ...
Allen jetzt eine Woche voller Schaffenskraft und viel Vergnügen bei Kobels 650. Kunstwoche.
Stephan Zilkens auch im Namen des Teams von Zilkens Fine Art Insurance Broker in Solothurn und Köln