Zilkens Newsblog

Vor Boris Becker - Große Kunstausstellung Düsseldorf - Photo: Stephan Zilkens
Vor Boris Becker - Große Kunstausstellung Düsseldorf - Photo: Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 31. KW 2026

In der Wirtschaft erkennt man Profis daran, daß sie auch in für sie persönlich schwierigen Momenten die Klappe halten können und selbst ihre engsten Mitarbeiter nicht einbeziehen, so schwer das fällt und so einsam das macht. Wenn man diesen Maßstab an unseren scheidenden Verkehrsminister legt, muss man feststellen: Er war kein Profi und wenn es dafür noch eines Beweises bedurft hätte braucht man nur die SMS zu lesen, die er vor der Verkündung an seine Parteigenossen von der CDU geschickt hat, die eben so wenig professionell das Ganze in die Öffentlichkeit getragen haben. Nach landläufiger Pressemeinung haben sie damit dem Kanzler geschadet, weil der ein Kommunikationsdesaster (schon wieder) angerichtet habe. De Facto haben sie damit sich und ihrer Partei geschadet, weil jetzt klar ist: kaum noch Profis in den Reihen, nur larmoyante Wehleider ohne politisches Konzept außerhalb der Machterhaltung. Danke Frau Merkel.

Es hätte ja ein so schönes Wochenende mit dem CSD in Berlin sein können, wenn da nicht wieder ein wahnsinniger Islamist seine freiheitsfeindlichen Wahnvorstellungen gegen Menschen gerichtet hätte. Ein Fest, das an die Toleranz appelliert und persönliche Freiheit als höchstes Gut postuliert mit Gewalt zu Ende zu bringen ist Ausdruck tiefster faschistischer und menschenverachtender Haltung. Wenn es jetzt Menschen gibt, die diese abscheuliche Tat im Internet oder sonst wo feiern, sollte klar sein, dass sie weder auf den Grundlagen unseres Grundgesetzes stehen, noch eine Berechtigung haben die Wohltaten unseres Sozialsystems und auch unseres Bildungssystems in Anspruch zu nehmen. Und es ist eigentlich egal ob es sich dabei um deutsche Staatsbürger handelt oder nicht. Auch klammheimliche Freude ist Ausdruck derselben faschistoiden Gesinnung. Es ist eigentlich ganz einfach: wer sich gegen persönliche Freiheit und Toleranz stellt verlässt das Grundverständnis in dem sich die deutsche Gesellschaft in den letzten 80 Jahren entwickelt hat.

Kehren wir da lieber ins Mittelalter; nicht zurück - sondern vorausschauend auf eine Forschungsveranstaltung, die der deutsche Verein für Kunstwissenschaft mit den Universitäten in Dortmund und Bochum veranstaltet. Gleichzeitig findet am 25. September die Mitgliederversammlung des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft statt. Es geht um Wahrnehmung und Rezeption mittelalterlicher Kunst in der heutigen Zeit. Da sich unsere Gesellschaft immer weiter von christlichen Grundlagen entfernt und vielen Weihnachten nicht mehr als Fest der Geburt Jesu sondern als maximale Konsumorgie im Gedächtnis ist, hilft die Beschäftigung mit dem Mittelalter und der dazugehörigen Ikonographie.

Im Mittelalter sind auch die Grundlagen der modernen Versicherungswirtschaft gelegt worden, als man im 13. Jahrhundert die Trennung von Finanzierung und Risikoübernahme herbeiführte. Am Anfang war die Transportversicherung, bei der die Händler ihr Risiko gegen Prämie an Dritte abwälzen konnten. Das Prinzip hat sich nicht verändert nur die Regulatorik gewaltig zugenommen, womit wir bei der Schweiz wären. Dort hat die FINMA die Aufsicht über das gesamte Versicherungswesen einschließlich der dazu gehörigen Vertriebe. Wie in Deutschland gibt es auch in der Schweiz Mindestanforderungen an die Kenntnisse derjenigen, die mit Kunden über Versicherungen sprechen dürfen. Das ist bestens festgelegt und wird auch kontrolliert in diesem Fall eben nicht durch die Industrie- und Handelskammern, wie in Deutschland. Da die abhängigen Vermittler der Versicherungsgesellschaften in ihrer Qualität durch diese kontrolliert werden verbleiben die mehr als 12.000 unabhängigen Vermittler in der Schweiz seit 2024 in der direkten Kontrolle der FINMA. Nach einer Schonfrist von zwei Jahren muss sich nun jeder Vermittler reevaluieren. Gelingt ihm das nicht, verliert er seine Lizenz. Ein Kompliment muss man den für die Durchführung des Prozesses Verantwortlichen dabei machen: Sie haben ein komplett internetbasiertes Lern- und Prüfungstool aufgebaut, das es ermöglicht jederzeit seine Prüfung machen zu können. Mit dem gleichen System können Interessierte aber auch ihre Prüfungen zum Versicherungsvermittler/-in VBV machen. In Deutschland angewandt würden die subjektiven Faktoren der aktuell von den IHKen genommenen Prüfungen eliminiert und das Ganze auf eine effektive und für die Prüflinge möglicherweise weniger stressige Basis gestellt werden. Die vertriebliche Begabung zeigt sich sowieso erst in der Praxis.

An allen Ecken und Enden wird an der Kultur gespart. Kaum kommt ein neuer Bürgermeister in eine französische Stadt, und hier spielt es offensichtlich keine Rolle welcher Partei er angehört, werden Museumsprojekte gestoppt, Theaterbudgets gestrichen oder Konzerte abgesagt. Die Argumente sind manchmal abweichend, oft ist es eine Frage von Finanzen, aber durchaus auch in den unterschiedlichsten Farben eine Frage der politischen Gesinnung. An der Stelle sollten wir uns noch einmal mit der Finanzierung von Kultur in einigen europäischen Ländern beschäftigen: die Verteilung der Ressourcen scheint in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien ähnlich zu sein. Das wenigste entfällt auf die zentralen Bundesbehörden bzw. Staatsministerien (in der Regel zwischen zehn und 20 % des Gesamtbudgets) das absolut meiste auf dezentrale Strukturen wie Länder, Städte und Gemeinden, die je nach Land zwischen 80 % und 90 % der Kulturhaushalte tragen.

Vor dem Hintergrund der nach den großen Ferien in Deutschland stattfindenden Kommunal- und Landtagswahlen sollte jedem, dem an einem breit gefächerten Kulturangebot liegt, klar sein, dass seine Stimme dabei eine deutlich größere Gewichtung hat, als bei Wahlen auf Bundesebene. Bei der nachstehenden Tabelle hat Chatgpt ein bisschen geholfen und sie regt zum Nachdenken an:

Land I Öffentliche Kulturausgaben gesamt I Einwohner I Pro Kopf I Bemerkung

 Frankreich: 15–16 Mrd. € I 68 Mio. 225–235 € I Stark zentralisiert; hohe Investitionen in nationale Museen und Denkmäler.

Deutschland ca. 15 Mrd. € 84 Mio. ca. 180 € I Föderale Finanzierung; Kommunen und Länder tragen den größten Anteil.

 Großbritannien ca. 10–12 Mrd. € 69 Mio. 150–170 € I Deutlich geringere staatliche Förderung; starker Rückgang der kommunalen Kulturausgaben seit 2010.

 Italien ca. 8–10 Mrd. € 59 Mio. 140–170 € I Schwerpunkt auf Denkmalpflege und Weltkulturerbe; viele Mittel fließen in die Erhaltung historischer Bausubstanz.

Spanien ca. 7–8 Mrd. € 49 Mio. 140–160 € I Starke Verantwortung der autonomen Gemeinschaften und Großstädte (Madrid, Barcelona, Bilbao).

 Genießen Sie die Sommerfrische und bleiben Sie uns gewogen. Stefan Kobel hat trotz des Lochs im Sommer Vieles gefunden, das man über den Kunstmarkt schreiben und berichten kann.

Ihr Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln