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Kunstwoche

Kobels Kunstwoche

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Bereits seit Sonntag geöffnet: Maze Basel; Foto Stefan Kobel
Bereits seit Sonntag geöffnet: Maze Basel; Foto Stefan Kobel
Portraitfoto von Stefan Kobel

Stefan Kobel

Kobels Kunstwoche 25 2026

Die June Art Fair in Basel wurde am Sonntag, einen Tag vor ihrem Start, ohne Begründung abgesagt.

Die Teilnehmerliste der Frieze London hat Jo Lawson-Tancred für Artnet nach Galerien durchforstet, die dieses Jahr nicht teilnehmen: „Mehrere Galerien, darunter Almine Rech, James Cohan, Sean Kelly, Gathering, Kurimanzutto und Tina Kim, haben sich dieses Jahr gegen eine Teilnahme entschieden und machen so Platz für Newcomer und wiederkehrende Galerien.“

Der österreichische Kunstmarkt ist laut einer neuen Studie größer als gerne angenommen und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, erklärt Werner Remm bei Artmagazine: „Die bildende Kunst im engeren Sinn (Künstler:innen, Galerien, Museen) erwirtschaftete 2023 eine Bruttowertschöpfung von knapp über 3,6 Mrd. Euro. Das Gesamtsystem bildende Kunst konnte auf Basis der Daten der Statistik Austria im selben Jahr eine Bruttowertschöpfung von knapp 6,3 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit liegt das Gesamtsystem deutlich über der Wertschöpfung z.B. der heimischen Getränkeindustrie (3,5 Mrd.) und den Bereichen Telekommunikation (3 Mrd.) und der Papierindustrie (2,2 Mrd.). Der Sektor der bildenden Kunst beschäftigt außerdem mehr als 90.000 Menschen und damit fast so viele wie der Hochbau und mehr als alle heimischen Finanzdienstleister (69.000 Beschäftigte). Zusätzlich nahm der österreichische Staat über den Sektor bildende Kunst im Jahr 2023 knapp über 2,8 Milliarden Euro an Steuern ein.“

Die Auktionsergebnisse von Grisebach in Berlin wertet Johannes Wendland im Handelsblatt vom 12. Juni als Zeichen des Aufschwungs: „Berlin ist nicht New York oder London – doch der allgemeine Aufwärtstrend auf dem weltweiten Auktionsmarkt ist in etwas bescheidenerer Form auch hierzulande angekommen. Die Sommerauktionen bei Grisebach haben die wiedererwachte Kauflust bestätigt. Dies gilt vor allem für Spitzenwerke, also die Lose, die eine ungewöhnliche Qualität, Entstehungsgeschichte oder Provenienz repräsentieren. 19 Millionen Euro Umsatz konnte Geschäftsführer Daniel von Schacky zufrieden vermelden. Das liegt satte 60 Prozent über der unteren Schätzsumme und damit 'weit über unseren Erwartungen', wie er sagt. Und was besonders aufgefallen sei: 'Außergewöhnliche Werke laufen außergewöhnlich gut.'“ Der Teufel steckt wie so oft im Detail und nicht in der jeweils aktuellen Pressemitteilung. Die Frühjahrsauktionen letztes Jahr brachten nämlich 19,5 Millionen Euro. Und wenn das Toplos statt zehn Prozent des Gesamtumsatzes ein gutes Viertel einspielt, sollte man auch meinen, dass die Erwartungen übertroffen wurden.

Von einer erfolgreichen Auktion berichtet Christiane Fricke im Handelsblatt vom 12. Juni: „Am späten Nachmittag des 10. Juni zeigte sich bei Van Ham in Köln, wie recht der Frankfurter Bankier Jochen Neynaber (1939–2025) mit seinem Satz 'Kleine Kunst ist nicht klein. Sie ist groß' hatte. Von den 31 ausnahmslos kleinformatigen Werken, die Markus Eisenbeis aus der Sammlung Neynaber live versteigerte, ging kein einziges Los zurück. Die anschließend überreichten weißen Handschuhe und ein überragendes Ergebnis von mehr als 1,7 Millionen Euro waren der Lohn. Die untere Schätzpreissumme hatte bei 624.000 Euro gelegen.“

Eine kurze Wasserstandsmeldung vom asiatischen Auktionsmarkt liefert Margaret Carrigan bei Artnet (evtl. Paywall) Der einzige wachsende Teilmarkt sei Indien: „Der asiatische Kunstauktionsmarkt erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Höchststand von 5,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021. Das Losvolumen blieb laut der Artnet Price Database hingegen mit rund 61.000 verkauften Werken pro Jahr stabil, was darauf hindeutet, dass sich der Markt neu bewertet, auch wenn die Sammler weiterhin aktiv sind. Der durchschnittliche Zuschlagspreis hat sich seit 2021 von 81.000 auf 36.000 US-Dollar mehr als halbiert. Asiens fünf große Regionen – China, Indien, Japan, Korea und Südostasien – haben sich zudem in unterschiedliche Marktentwicklungen aufgespalten, wobei die Preisunterschiede derzeit so groß sind wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.“

Artnews und Artforum veranstalten ein eigenes Galeriewochenende in New York. Im Ernst. Harrison Jacobs fällt die Aufgabe zu, die grenzüberschreitende Marketingaktion bei Artnews zu verkünden:„Die bevorstehende viertägige Veranstaltung, die vom 11. bis 14. November stattfindet, vereint öffentliche Programme, Führungen durch die Nachbarschaft, Künstlergespräche, Galerieeröffnungen und vieles mehr. Zu den Höhepunkten zählen ein von ARTnews und dem Schwestermagazin Art in America gestalteter Veranstaltungsort in Midtown mit Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten der Kunstwelt sowie von ARTnews-Redakteuren geleitete Führungen durch die wichtigsten Galerieviertel New Yorks, von der Upper East Side bis nach Chinatown. [...] Luke Bahrenburg, Präsident der Art and Luxury Group bei der Penske Media Corporation, der Muttergesellschaft von ARTnews und Artforum, bezeichnete die Veranstaltung als 'beispiellose' und 'transformative' Plattform, auf der 'tiefgehende Dialoge über Kunst und ihre weitreichenden kulturellen Verbindungen gedeihen können'.“ Und Anzeigen zu verkaufen. „Eine schöne Galerie haben Sie da. Es wäre doch schade, wenn wir die bei unseren Führungen nicht berücksichtigen könnten.“

Ob die Einführung von JPGs Fluch oder Segen seine, fragt Julia Brener Davich in der Financial Times (Paywall): „Es wurde auch zur Regel, dass Galerien schon vor Messebeginn Vorschauen auf die ausgestellten Werke verschickten, was nicht nur den Ansturm begeisterter Sammler um 11 Uhr morgens vermied, sondern bei manchen sogar den Wunsch, überhaupt zur Messe zu kommen. Nun versucht die Art Basel, 'den Geist wieder in die Flasche zu stecken', sagt [Friedrich] Petzel, und zwar mit ihrem 'Basel Exclusive'-Programm, das teilnehmende Händler dazu ermutigt, mindestens ein Werk aus den Vorschauen zurückzuhalten, die sie zuvor mit ihren Kunden teilen. [...] Die Initiative ist ein Versuch, das Element der Entdeckung wiederherzustellen, das Messen im digitalen Zeitalter verloren haben, und mehr Sammler dazu zu bewegen, persönlich vor Ort zu sein.“

Die Schrumpfkur bei Pace könnte noch nicht vorbei sein, vermutet Daniel Cassady bei Artnews: „Dieser Künstler sagte, dass in Gesprächen mit der Galerieleitung die bevorstehende 'Modellkorrektur' als Anerkennung dafür dargestellt wurde, dass sich die Kunstwelt in den letzten 10 Jahren erheblich verändert habe und Pace sich diesem Wandel anpassen müsse. Doch in den Gesprächen gab es kaum konkrete Angaben dazu, wie es weitergehen soll. Diese Ungewissheit bleibt bestehen. Selbst Befürworter der Umstrukturierung sind sich nicht ganz sicher, ob sie gerade miterleben, wie ein Unternehmen nach Jahren der Expansion eine Kurskorrektur vornimmt, oder ob es auf tiefgreifendere finanzielle Probleme reagiert.“ Zu den Künstlern bzw. deren Nachlässen, die nicht mehr von Pace vertreten werden, gehört Hermann Nitsch, meldet Olga Kronsteiner im Standard: „Was Nitsch-Foundation zu alledem meint? 'Die exklusive Repräsentation von Hermann Nitsch bei Pace Gallery wurde in beiderseitigem Einverständnis beendet', teilt Geschäftsführerin Gudrun Marecek auf STANDARD-Anfrage mit. Nachsatz: 'Trotz einer guten Zusammenarbeit auf menschlicher und inhaltlicher Ebene wurden die Erwartungen an Pace leider nicht erfüllt und umgekehrt war es vermutlich genau so', betont Marecek.“ Bleibe als alleinige Galerievertretung Lisa Kandlhofer in Wien, so Konsteiner.

Die Galerie Templon schließt in New York vorläufig, meldet Katya Kazakina bei Artnet (evtl. Paywall): „Die Entscheidung, Chelsea zu verlassen, fiel, nachdem der Vermieter der Galerie kurz vor der Vertragsverlängerung eine erhebliche Mieterhöhung gefordert hatte, so Mathieu Templon, der Sohn des Gründers, der den New Yorker Betrieb leitete. 'Das war einfach viel zu viel', sagte er in einem Telefoninterview. [...] Von den vier Vollzeitmitarbeitern, die in der Galerie gearbeitet hatten, sind laut Templon zwei geblieben. Monica King, die etwa ein Jahr lang die Leitung innehatte, wechselte zur Richard Saltoun Gallery in der East 66th Street. Mathieu Templon zieht mit seiner wachsenden Familie zurück nach Paris, plant aber, regelmäßig nach New York zurückzukehren, und sucht nach einem kleineren Raum in Tribeca oder auf der Upper East Side.“

Die Galerie dependance in Brüssel schließt. Auf ihrer Webseite verabschiedet sie sich: „Galerien kommen und gehen. Manche sind nur von kurzer Dauer, hinterlassen aber deutliche Spuren, andere bestehen jahrzehntelang, ohne sich groß zu verändern. dépendance gibt es nun schon seit dreiundzwanzig Jahren, und jetzt haben wir das Gefühl, dass es Zeit ist, Abschied zu nehmen.“